58. GV des Bündner ÄlplerInnenvereins in Malans

Generalversammlung ÄlplerInnenverein Graubünden
Frohgelaunt trafen sich am Samstag Vorsitzende von Landwirtschaftsorganisationen und über 70 aktive und ehemalige ÄlplerInnen im Glashaus der Gärtnerei Schaniel in Malans zur alljährlichen GV. 
Die Gemeindepräsidentin von Malans, Frau Susanne Krättli verstand es, uns auf spannende Weise das Weinbaudorf Malans mit seinen 2350 Einwohnern näher zu bringen. Das komplette Schulangebot und gute Einkaufsmöglichkeiten machen die Gemeinde attraktiv für Zuzüger und Gewerbebetriebe. Auf 15 Weinbaubetrieben werden ausgezeichnete Weine hergestellt. Die 9 Landwirtschaftsbetriebe können ihr Vieh auf den drei Gemeindealpen, Heuberg Älpli, Malanser Tarnutz und Alp Calfreisen (Vättis) auf total ca 800 ha sömmern. Natürlich ist man auf zusätzliches Sömmerungsvieh von anderen Gemeinden und Regionen angewiesen, damit die Alpen nicht verbuschen und einwachsen.  Eine besondere Attraktion ist die Älplibahn, die in 15 Min die Besucher vom Buachwald auf 1800 m bringen. Ein wunderschönes Wandergebiet um den Falknis und ein feines Beizli erwarten einen da oben. Speziell lobenswert muss noch erwähnt sein, dass die Maschinisten und die Beizlibetreiber ehrenamtlich ihren Einsatz machen! Nach dieser interessanten Begrüssung übernahm die Präsidentin Cornelia Aliesch das Wort und führte kompetent durch die ordentliche Versammlung. Der mit Bildern umrahmte Jahresbericht wurde von allen mit Applaus verdankt. Die ordentlichen Geschäfte konnten zügig abgelegt werden. 
 
Bei den Ehrungen der langjährigen Alpmeister der Galtvieh- und Kuhalpen überbrachte Valentin Luzi vom ALG Grüsse und lobte den  arbeitsintensiven Einsatz der Alpmeister und aller ÄlplerInnen. Vielen Dank an alle, die sich für die Bündner Alpen engagieren. Der trockene Sommer brachte auf vielen Alpen Mehrarbeit. Zudem erschwert die immer grössere Population der Wölfe in Graubünden die Behirtung der Schafe und teils auch Mutterkühe. Die Zahl der gerissenen Tiere ist steigend. Otto Denoth ist Ansprechpartner für alle Ereignisse mit Grossraubwild. Meldet euch bei ihm, damit objektiv darüber kommuniziert werden kann. Thomas Roffler, Präsident Bündner Bauernverband dankt für seine Einladung und gratuliert den geehrten Alpmeistern aber auch den neu eingetretenen Mitgliedern. An einer Universitätwurde herausgefunden, dass ein Verein der auch Geselligkeit pflegt, die Hirnzellen der Mitglieder fördert! Dies trifft sicher auf unseren Verein zu!
Nachdem Lieni Bärtsch uns über die überarbeiteten Richtlöhne und angepassten Ferien- und Freizeitregelungen der ÄlplerInnen orientiert hat, gingen auch die Wahlen flott über die Bühne. Perrine Brunold aus Peist nimmt neu Einsitz im Vorstand für den abtretenden Walter von Ah, herzlichen Dank!  Auf den Anlass „Wintergespräch“ mit Podium sind alle gespannt. Das Thema: Milchkuhalpen unter grossem Druck, geht uns alle an. Jede Kuhalp die nicht mehr bestossen wird, ist ein Verlust! Arbeitsplätze gehen verloren, da Jungviehalpen weniger Personal benötigen als Sennalpen.
Die Verabschiedung von Walter von Ah ging wohl allen ein wenig nah! Seit 1983 setzte sich Walter unermüdlich und selbstlos zuerst noch für den damaligen Sennenverein ein. Im Vorstand, wo es früher recht laut und ungehobelt zugegangen sei, kehrte gegenseitiger Respekt und auch der neue Namen für den Verein ein, der nun das ganze Alppersonal einschliesst. Unzählige Schaukäsen führte er zusammen mit Christiana durch,  organisierte Reisen und Tagungen für den Verein und liess dabei den Kassastand nie aus den Augen! Ganz, ganz herzlichen Dank euch beiden und ein grosser Applaus dazu!

Nachdem auch Walter ein paar Alpweisheiten erzählt hatte und zum guten Einvernehmen mit den Alpmeistern aufforderte, konnte zum gemütlichen Teil übergegangen werden.
Dies taten die Anwesenden nun, indem sie zuerst eine spannende Führung von Norbert Schaniel durch seine 3 Rosengewächshäuser genossen. Wer wusste schon, dass eine offen gekaufte Rose länger hält als eine geschlossene, dass in einem Rosenstrauss Duftrosen mit anderen kombiniert werden, dass eine Rose zwischen 30 – 120 Blütenblätter haben kann? 
Bild 12 Norbert Schaniel inmitten seiner abgeernteten Rosen
Seine ca 30‘000 Pflanzenstöcke liefern sechs Schnitte pro Jahr und machen dann auch Winterruhe. Seine „Bewässerungsküche“ liess uns staunen. Viel Wissen und Erfahrung muss da eingesetzt werden, damit die Pflanzen auch in einem solch heissen Jahr überleben. Der Jahresumsatz für seine gut 25 Angestellten muss in 10 Mt. erwirtschaftet werden – uns Älplern bleiben dazu nur 3 – 4 Monate und doch würde wohl keiner seine Älplerfreiheit und den Viehgeruch gegen die duftenden Rosen eintauschen!!!
 

Zum Abschluss wurden wir von einem feinen Zmittag, gekocht von den Chefs von den Bergbeizer und Marxers Kochwelt verwöhnt , neben lüpfiger Musik von den Jungen Prättigern.